Im Februar 2026 berichtet mit dem Zürcher Tages-Anzeiger zum ersten Mal ein Medium außerhalb Deutschlands über das Russische Haus. Simon Widmer beschreibt Henry Lindemeier und Karin S., die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen will, an einem kalten Vormittag auf der Friedrichstraße.
Der Text ist deshalb interessant, weil der Schweizer Blick den Fall anders rahmt als die deutschen Berichte. Nicht der Protest ist hier die Hauptsache, sondern die Frage, was ein sanktionierter Betreiber in einer europäischen Hauptstadt tut. Widmer referiert die Auskunft eines Sprechers des deutschen Außenministeriums, wonach die Rechtsfolge der Sanktionierung ein Einfrieren von Vermögenswerten und ein wirtschaftliches Bereitstellungsverbot sei. Und stellt dem gegenüber, was tatsächlich stattfindet: Sprachkurse, ein geöffnetes Restaurant im ersten Stock, ein eingemieteter Übersetzungsdienst, ein eingemieteter Anwalt.
Für die Dokumentation am wertvollsten ist eine Passage über den damaligen Direktor. Iswolski lehnte ein Treffen ab und ließ eingereichte Fragen unbeantwortet. Andernorts hatte er erklärt, das Haus stehe nicht auf der Sanktionsliste und agiere unabhängig von Rossotrudnitschestwo. Der Tages-Anzeiger hält dagegen, dass das Haus auf seiner eigenen Website früher selbst auf die Behörde verwies, wie archivierte Fassungen zeigen. Der Hinweis wurde inzwischen entfernt.
Karin S. fasst die Haltung der beiden gegenüber der Zeitung so zusammen: „So schnell kriegen die uns nicht klein“.