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Russisches Haus Berlin nachts beleuchtet – Tages-Anzeiger Schweiz
© Kevin Fuchs / Tages-Anzeiger
Tages-Anzeiger · Schweiz

Mit Fahne und Musikbox gegen Putins Kulturhaus

4. Februar 2026  ·  Von Simon Widmer  ·  Fotos: Kevin Fuchs

Was steht drin

  • Erste internationale Berichterstattung – Schweizer Qualitätspresse, Printausgabe mit Fotostrecke
  • Stellt das Russische Haus in den Kontext von Russlands hybridem Krieg gegen den Westen
  • Berliner Datenschutzbeauftragter ermittelt: Kameras filmten möglicherweise illegal die Straße
  • Staatsanwaltschaft ermittelt wegen geheimer Wohnungsvermietung – Klingelschilder nur mit Nummern
  • Gericht gab der Bundesbank recht: Stromzahlungsverweigerung wegen Sanktionsverdacht war korrekt
  • Henry und Karin S. als Duo – nach einer Pause durch Polizeivorfälle wieder aktiv
  • Direktor Izvolskiy bestreitet Verbindung zu Rossotrudnitschestwo – obwohl archivierte Websites das Gegenteil belegen
Warum relevant Internationale Reichweite – das Russische Haus ist kein deutsches Randthema, sondern Teil des europäischen Diskurses über russische Einflussoperationen und Sanktionsumgehung.

Die folgenden Auszüge geben die wesentlichen Inhalte des Artikels wieder. Der vollständige Originalartikel erschien in der jeweiligen Publikation.

An einem kalten Vormittag in Berlin sind die Störenfriede zurück. Henry Lindemeier und Karin S., die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen will, ziehen ihre Ukraine-Fahnen über Alustangen und postieren sich vor dem Russischen Haus. Ihr Ziel: die Schliessung des umstrittenen Zentrums.

Betreiber des Hauses ist die russische Behörde Rossotrudnitschestwo, die auf der EU-Sanktionsliste steht. Die EU wirft ihr vor, Kreml-Narrative zu verbreiten, um die Souveränität der Ukraine zu untergraben. Rechtsfolge der Sanktionierung ist eine Einfrierung von Vermögenswerten sowie ein wirtschaftliches Bereitstellungsverbot – so ein Sprecher des deutschen Aussenministeriums.

Das heisst: Das Russische Haus darf keine Geschäfte machen. Dennoch laufen Sprachkurse, das Restaurant im ersten Stock bleibt geöffnet, und ein Übersetzungsdienst sowie ein Anwalt sind eingemietet. Ob das Russische Haus gegen EU-Sanktionen verstösst, prüft die Berliner Staatsanwaltschaft.

„Der deutsche Staat finanziert dieses Propaganda-Haus auch noch." – Henry Lindemeier

Lindemeier verweist auf eine HSG-Studie, die das Russische Haus als Teil von Putins Soft-Power-Netzwerk beschreibt. Direktor Izvolskiy lehnte ein Treffen ab und liess eingereichte Fragen unbeantwortet. Andernorts sagte er, das Haus stehe nicht auf der Sanktionsliste und agiere unabhängig von Rossotrudnitschestwo. Früher verwies das Haus selbst auf die Behörde – wie archivierte Websites zeigen. Der Hinweis wurde inzwischen gelöscht.

Während die Justiz ermittelt, zahlt der deutsche Staat die Grundsteuer für das Gebäude: 70.000 Euro jährlich aus dem Bundeshaushalt. Ein deutsch-russisches Abkommen regelt dies.

„So schnell kriegen die uns nicht klein." – Karin S., Mitstreiterin von Henry Lindemeier