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Henry Lindemeier mit Ukrainefahne – DIE ZEIT
© Maurice Weiss / Ostkreuz / DIE ZEIT
DIE ZEIT · Zeit im Osten

Bleibt das so? – Der Protest am Russischen Haus

19. September 2024  ·  Von Sarah Vojta  ·  DIE ZEIT Nr. 40

Was der Artikel behandelt

  • Kurzporträt Lindemeiers im Kontext der Brandenburger Landtagswahl – das Russische Haus als gesamtdeutsches Thema, nicht nur Berliner Geschichte
  • Lindemeier steht täglich mit seiner Fahne vor dem Haus und ruft „Slava Ukraini!“ – und wird dabei bedrängt und bedroht
  • Kernzitat: „Ich schäme mich, dass wir der Ukraine nicht genug Waffen schicken“
  • Das Kulturzentrum wird von einer kremlnahen Organisation betrieben – die Polizei wird regelmäßig gerufen
  • Erschienen in „Zeit im Osten“ – überregionale Reichweite weit über Berlin hinaus
Warum das wichtig ist Erste überregionale Rahmung – das Russische Haus ist kein lokales Berliner Problem, sondern ein gesamtdeutsches im Kontext russischer Einflussoperationen.

Vor dem Russischen Haus in Berlin wird regelmäßig die Polizei gerufen. Das Kulturzentrum wird von einer kremlnahen Organisation betrieben. Dessen Betreiber sind genervt von Henry Lindemeier, der hier jeden Tag mit seiner blau-gelben Fahne steht.

„Slava Ukraini!" – „Ruhm der Ukraine!“, ruft er Passanten zu.

Lindemeier hat erlebt, wie er von Besuchern angespuckt und körperlich bedroht wurde. Warum macht er weiter?

„Ich schäme mich, dass wir der Ukraine nicht genug Waffen schicken, damit sie sich verteidigen und ihre Grenzen wiederherstellen kann.“

Der Artikel erschien wenige Tage vor der Brandenburger Landtagswahl am 22. September 2024 – in einem Moment, in dem die Frage des Umgangs mit Russland in Ostdeutschland besonders aufgeladen war. Lindemeier hat Familie in Brandenburg. Das Thema prägt dort den Wahlkampf.

Das Russische Haus an der Friedrichstraße wird von Rossotrudnitschestwo betrieben – einer russischen Regierungsbehörde, die seit Juli 2022 auf der EU-Sanktionsliste steht. Trotzdem läuft der Betrieb weiter. Dass ein einzelner Mensch wie Henry Lindemeier das öffentlich sichtbar macht, ist laut ZEIT bemerkenswert.