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Aktuell bestätigt – März 2026
Die Postannahmestelle für Pakete nach Russland ist täglich in Betrieb: Mo–Fr 12:00–17:30 Uhr. Das Russische Haus steht auf der EU-Sanktionsliste. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit April 2024 – gegen Unbekannt sowie gegen die Mieter im Russischen Haus. Ein erster Anlauf von Januar 2023 wurde eingestellt, weil die Betreiber Diplomatenstatus genießen.
2018
Eröffnung der Filiale im Pförtnerzimmer des Russischen Hauses
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Einzige offizielle Niederlassung der russischen Staatspost außerhalb Russlands – weltweit. Firmensitz: Buckower Chaussee, Berlin.
täglich
Fahrten Berlin–Moskau, Lieferzeit 4–5 Tage, europaweite Abholung
📬 Was wir wissen – belegte Fakten
- Im Mai 2018 wurde im Russischen Haus im bisherigen Pförtnerzimmer eine Filiale der russischen Staatspost eröffnetOst-Impuls, Mai 2018
- Die RusPost GmbH ist eine 100%ige Tochter der russischen Staatspost – und die einzige offizielle Niederlassung außerhalb der Russischen Föderation weltweitRusPost GmbH, eigene Website
- Die RusPost GmbH ist laut Handelsregister wirtschaftsaktiv – letzte Eintragung September 2024Handelsregister Berlin, 2024
- Laut Nutzerberichten vom März 2026 läuft der Postbetrieb im Russischen Haus weiterhin: Mo–Fr 12:00–17:30 Uhr, Pause 15:00–16:00 Uhr
- Henry Lindemeier beobachtete über lange Zeit regelmäßig Transporter, die vor dem Russischen Haus massenweise Pakete einsammelten
- Menschen gehen mit Paketen ins Russische Haus – auch von außen sichtbar und dokumentiert
🚨 Verbotene Waren & Strafverfolgung
- Der Zoll entdeckte in Dutzenden Paketen, die RusPost von Deutschland nach Moskau transportieren wollte, verbotene Waren: Elektrogeräte, Bargeld und SchmuckBild / FOCUS online, 27. Januar 2026
- Die Berliner Staatsanwaltschaft will einen Top-Manager der RusPost deswegen anklagenFOCUS online, 27. Januar 2026
- Parallel existiert ein Umgehungsnetzwerk mit Sitz in Köln: Eine Firma, gegründet von ehemaligen Mitarbeitern einer deutschen RusPost-Tochterfirma, bietet Versanddienstleistungen in russischen Supermärkten an
- Die Pakete wurden mit Etiketten der usbekischen Staatspost (UzPost) versehen – einem Unternehmen, das laut Bundesnetzagentur in Deutschland gar nicht operieren darfFOCUS online, 27. Januar 2026
- Reporter packten Pakete mit sanktioniertem Inhalt und gaben sie ab – die Ware gelangte per Peilsender nachweislich bis nach RusslandBild / FOCUS online, 27. Januar 2026
- Insider berichten von einer vertraulichen Vereinbarung zwischen russischer und usbekischer Staatspost – beide Seiten bestätigten die KooperationFOCUS online, 27. Januar 2026
⚠️ Warum das sanktionsrelevant ist
- Rossotrudnitschestwo – der Betreiber des Russischen Hauses – steht seit Juli 2022 auf der EU-Sanktionsliste: Einfrierung aller Vermögenswerte, Verbot der Zurverfügungstellung von Geldern
- Das bedeutet: keine kommerziellen Aktivitäten, keine Einnahmen, keine wirtschaftliche Tätigkeit
- Eine Postannahmestelle ist eine kommerzielle Dienstleistung – sie generiert Einnahmen oder ermöglicht zumindest Geldflüsse
- Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt seit April 2024 – „gegen Unbekannt sowie gegen die Mieter im Russischen Haus" wegen Verstoßes gegen das AußenwirtschaftsgesetzTagesspiegel / Berliner Zeitung, April 2024
- Ein erster Ermittlungsanlauf von Januar 2023 wurde eingestellt – weil die Betreiber Diplomatenstatus genießenTagesspiegel, September 2023
- Die Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung beim Zoll betrachtet das Russische Haus als „unselbstständige Niederlassung" von Rossotrudnitschestwo – also direkt sanktioniertBerliner Zeitung, April 2024
- Die russische Staatspost untersteht direkt dem russischen Staat – sie ist kein privates Unternehmen
🏛️ Wer hat das genehmigt?
- Die Filiale wurde 2018 eröffnet – vier Jahre nach der Krim-Annexion, aber vier Jahre vor dem Angriff auf die Ukraine
- Wer auf deutscher Seite die Genehmigung erteilt hat – oder ob überhaupt eine eingeholt wurde – ist nicht öffentlich bekannt
- Das Auswärtige Amt hat sich dazu bisher nicht geäußert
- Nach Beginn des Angriffskrieges 2022 und Einführung der EU-Sanktionen hätte die Genehmigung eigentlich überprüft und entzogen werden müssen
- Stattdessen läuft die Filiale weiter – als wären die Sanktionen nicht existent
🔍 Was unklar bleibt
- Wer betreibt die Filiale heute – RusPost GmbH direkt, oder ein anderer Dienstleister?
- Welche Waren werden verschickt – und wer kontrolliert das?
- Werden auch Pakete aus Russland nach Deutschland angenommen – und wer kontrolliert deren Inhalt?
- Fließen Einnahmen aus dem Postbetrieb an Rossotrudnitschestwo oder an die russische Staatspost?
- Ist der Betrieb dem Zoll und der Bundesanwaltschaft bekannt?
- Besteht eine Verbindung zwischen der Berliner Filiale und dem Kölner Umgehungsnetzwerk?
Offene Fragen an Politik und Behörden
- Wer hat 2018 die Eröffnung der russischen Staatspost-Filiale im Russischen Haus genehmigt?
- Wurde diese Genehmigung nach Einführung der EU-Sanktionen 2022 überprüft?
- Ist der laufende Postbetrieb dem Zoll und der Staatsanwaltschaft bekannt?
- Verstößt der Betrieb gegen das Außenwirtschaftsgesetz oder die EU-Sanktionsverordnung?
- Wer kontrolliert, was in den Paketen nach Russland steckt – und was aus Russland kommt?
- Besteht eine Verbindung zur Kölner Firma und dem UzPost-Umgehungsnetzwerk?
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