- Das Berlin Translation Center (berlintc.de) nannte bis mindestens März 2026 als Geschäftsadresse die Friedrichstraße 176–179 in 10117 Berlin-Mitte, bei welcher es sich um die Adresse des Russischen Hauses handelt.berlintc.de, abgerufen März 2026 (Archivbeleg in Beschaffung)
- Seit spätestens Juli 2026 nennen Footer und Kontaktseite von berlintc.de die Georgenstraße 35 (6. Stock, Raum 609) als Büro, während der Fließtext derselben Startseite zeitgleich weiterhin von einem Büro in der Friedrichstraße spricht. Eine Bestätigung, ob dort aktuell noch Räume aktiv genutzt werden, liegt nicht vor.berlintc.de, abgerufen 14. Juli 2026
- Das Büro bietet beglaubigte Übersetzungen in den Sprachen Russisch, Ukrainisch und Deutsch sowie Eilübersetzungen innerhalb von 30 Minuten während der regulären Arbeitszeit an.
- Die Internetpräsenz des Anbieters existiert in vier Sprachversionen: Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch.
- Laut einem Bericht der NZZ vom 1. November 2025 war an der Adresse Friedrichstraße 176–179 unter anderem ein Übersetzungsbüro im dritten Stockwerk gemeldet.NZZ, 1. November 2025
- Das Büro erschien in Suchergebnissen für Online-Anfragen wie „beglaubigte Übersetzung Ukrainisch Berlin“ mit der Adresse Friedrichstraße 176–179. Aus der Website ging dabei nicht hervor, dass es sich hierbei um das Gebäude handelt, dessen Betreiber EU-sanktioniert ist.
- Sollten etwaige Mieteinnahmen aus einer Untervermietung der gelisteten Organisation zugutekommen, verstieße dies nach Einschätzung der von der NZZ zitierten Rechtsexperten gegen die EU-Sanktionen gegen Rossotrudnitschestwo. Der tatsächliche Zahlungsweg ist öffentlich nicht bekannt.NZZ, November 2025
In Berlin existiert eine Reihe unabhängiger Übersetzungsbüros für Ukrainisch und Russisch, die von beeidigten Einzelübersetzerinnen bis hin zu Agenturen reichen. Eine generelle Überlastung dieser Angebote ist nicht dokumentiert.
Das Berlin Translation Center wirbt jedoch mit pragmatischen Vorzügen: Express-Übersetzungen in 30 Minuten, Service persönlich vor Ort und eine zentrale Lage in Berlin-Mitte. Wer kurzfristig eine beglaubigte Übersetzung für behördliche Termine benötigt, findet das Büro bei Online-Suchen auf führenden Plätzen und steuert die Filiale direkt an. Die reine Adresse „Friedrichstraße 176–179“ bietet dabei keinerlei Anlass zum Verdacht.
Die Website verwies zuletzt weiterhin auf ein Büro in der Friedrichstraße. Dass es sich hierbei um Räume im Russischen Haus handelt, dessen Betreiber Rossotrudnitschestwo EU-sanktioniert ist, wird auf der Seite nicht transparent gemacht. Ohne Vorkenntnisse über diesen Zusammenhang besteht für Kunden kein offensichtlicher Grund für weitere Nachforschungen.
- Die Betreiberorganisation Rossotrudnitschestwo steht seit Juli 2022 auf der EU-Sanktionsliste. Dies umfasst das Einfrieren aller Vermögenswerte sowie das Verbot, der Organisation Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen.OpenSanctions
- Eine Untervermietung von Flächen im Russischen Haus generiert Einnahmen. Sofern diese Rossotrudnitschestwo zufließen, kann darin eine kommerzielle Aktivität zugunsten einer sanktionierten Einrichtung liegen.
- Die NZZ verweist auf Rechtsexperten, die in solchen Konstellationen einen potenziellen Sanktionsverstoß sehen. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen ähnlicher Vorgänge im Zusammenhang mit Untermietverhältnissen im Gebäude.
- Ob das konkrete Übersetzungsbüro Gegenstand der laufenden Ermittlungen ist, ist nicht bekannt.
- Falls das Berlin Translation Center Räume in der Friedrichstraße 176–179 gemietet oder untergemietet hatte: Wer trat als Vertragspartner auf, und für welchen genauen Zeitraum galt diese Vereinbarung?
- Fließen oder flossen Mieteinnahmen an Rossotrudnitschestwo oder an eine andere zwischengeschaltete Einrichtung im Haus?
- Ist das Büro den zuständigen Zollbehörden oder der Staatsanwaltschaft als Untermieter bekannt?
- Wurden ukrainische Kunden jemals von offiziellen deutschen Stellen oder Behörden explizit an diese Adresse verwiesen?
Offene Fragen an Politik und Behörden
- Bestand oder besteht ein Untermietverhältnis für Räume im Russischen Haus, und ist dieses den Berliner Ermittlungsbehörden bekannt?
- Flossen oder fließen Mietzahlungen an Rossotrudnitschestwo, und stellt dies einen Verstoß gegen die geltenden EU-Sanktionen dar?
- Haben Berliner Behörden oder Jobcenter die Adresse des Berlin Translation Centers im Rahmen von Beratungen an ukrainische Geflüchtete weitergegeben?
- Warum wies die Website des Anbieters zu keinem Zeitpunkt darauf hin, dass es sich bei der Adresse um das Gebäude der sanktionierten Rossotrudnitschestwo handelt, und wie begründet sich der aktuelle Widerspruch in den Adressangaben?
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