- Das Berlin Translation Center (berlintc.de) nennt als Geschäftsadresse Friedrichstraße 176–179, 10117 Berlin-Mitte – die Adresse des Russischen Hausesberlintc.de, abgerufen März 2026
- Das Büro bietet beglaubigte Übersetzungen in Russisch, Ukrainisch und Deutsch an – sowie Eilübersetzungen in 30 Minuten während der Arbeitszeit
- Die Website existiert in vier Sprachversionen: Deutsch, Englisch, Russisch und Ukrainisch
- Laut einem Bericht der NZZ (November 2025) ist an der Adresse Friedrichstraße 176–179 unter anderem ein Übersetzungsbüro im dritten Stock gemeldetNZZ, 1. November 2025
- Das Büro erscheint prominent in Suchergebnissen für „beglaubigte Übersetzung Ukrainisch Berlin" und ähnliche Anfragen – die Adresse Friedrichstraße 176–179 wird genannt, dass es sich dabei um das Gebäude des sanktionierten Russischen Hauses handelt, geht aus der Website nicht hervor
- Etwaige Mieteinnahmen, die das Russische Haus durch Untervermietung erzielt, würden nach Einschätzung von Rechtsexperten gegen die EU-Sanktionen gegen Rossotrudnitschestwo verstoßenNZZ, November 2025
In Berlin gibt es durchaus eine Reihe seriöser, unabhängiger Übersetzungsbüros für Ukrainisch und Russisch – von einzelnen beeidigten Übersetzerinnen bis zu größeren Agenturen. Eine Überlastung dieser Angebote ist nicht dokumentiert.
Das Berlin Translation Center hat jedoch einen entscheidenden praktischen Vorteil: Express in 30 Minuten, persönlich vor Ort, zentrale Lage in Berlin-Mitte. Wer kurzfristig eine beglaubigte Übersetzung für einen Behördentermin benötigt, sucht online, findet das Büro weit oben in den Ergebnissen – und geht hin. Die Adresse „Friedrichstraße 176–179" weckt keinen Verdacht.
Die Adresse Friedrichstraße 176–179 wird auf der Website genannt – dass es sich dabei um das Gebäude des sanktionierten Russischen Hauses handelt, geht aus der Website nicht hervor. Wer die Adresse nicht kennt, hat keinen Anlass, nachzuforschen.
- Rossotrudnitschestwo steht seit Juli 2022 auf der EU-Sanktionsliste: Einfrierung aller Vermögenswerte, Verbot der Zurverfügungstellung von Geldern oder wirtschaftlichen Ressourcen
- Untervermietung von Flächen im Russischen Haus generiert Einnahmen – das wäre eine kommerzielle Aktivität zugunsten einer sanktionierten Einrichtung
- Die NZZ zitiert Rechtsexperten, die darin einen potenziellen Sanktionsverstoß sehen – die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen ähnlicher Vorgänge gegen Untermieter im Haus
- Ob das Übersetzungsbüro Teil der laufenden Ermittlungen ist, ist nicht bekannt
- Wer ist der genaue Vertragspartner des Russischen Hauses – das Berlin Translation Center direkt oder ein Dritter?
- Fließen Mieteinnahmen an Rossotrudnitschestwo oder an eine andere Einrichtung im Haus?
- Ist das Büro dem Zoll und der Staatsanwaltschaft als Untermieter bekannt?
- Wurden ukrainische Kunden jemals von deutschen Behörden explizit an diese Adresse verwiesen?
Offene Fragen an Politik und Behörden
- Weiß die Berliner Staatsanwaltschaft von der Untervermietung an das Übersetzungsbüro?
- Fließen Mieteinnahmen an Rossotrudnitschestwo – und verstößt das gegen EU-Sanktionen?
- Haben Berliner Behörden oder Jobcenter die Adresse des Berlin Translation Centers je an Ukrainer*innen weitergegeben?
- Warum erscheint das Büro in Suchergebnissen ohne Hinweis auf seinen Standort im sanktionierten Russischen Haus?
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