Das Russische Haus Berlin steht unter EU-Sanktionen. Sein Betreiber Rossotrudnitschestwo ist seit Juli 2022 auf der EU-Sanktionsliste. Wer dagegen protestiert oder öffentlich berichtet, wird nicht ignoriert – sondern bekämpft.
Die Mittel sind vielfältig: Falschanzeigen, die das deutsche Rechtssystem instrumentalisieren. Körperliche Übergriffe auf Demonstranten. Propagandaberichterstattung auf dem russischen Staatsmedium RT, das in der EU gesperrt ist. Gezielte Verleumdung in koordinierten Medienartikeln. Das Muster ist erkennbar – und dokumentiert.
Juristische Einschüchterung
Über 100 Anzeigen gegen Henry Lindemeier. Journalistin Regina Laska als Mittäterin benannt, obwohl sie nachweislich in Kroatien war. Zeuge: Hausanwalt Thomas Worm, Kanzlei im Russischen Haus.
RT-Propagandakampagne
Koordinierte Berichterstattung auf dem gesperrten russischen Staatsmedium RT: Demonstrant als Kinderbedroher, als Terrorist – mit gezielter Bildmanipulation.
Physische Übergriffe
Dokumentierte körperliche Angriffe auf Demonstranten vor dem Haus. Drohungen. Eine rechtswidrige Festnahme – gerichtlich bestätigt.
Dokumentierte Vorfälle – Chronologie
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1. Aug.
2025Einschüchterung / ÜberwachungDirektor Izvolskiy filmt Demonstrant aus nächster NähePavel Izvolskiy, Direktor des Russischen Hauses, tritt vor die Tür und stellt sich wortlos direkt vor Henry Lindemeier. Er filmt ihn 46 Sekunden lang mit dem Handy – starr, ohne Kommentar, ohne Abstand. Eine klassische Einschüchterungstaktik: kein Angriff, keine Drohung – aber unmissverständlich. Der Vorfall wird auf X dokumentiert und erreicht über 211.000 Aufrufe.X/@Sunnymica, 1. August 2025 – 211.077 Aufrufe -
Aug.
2025FalschanzeigeRegina Laska als Mittäterin benannt – nachweislich falschIn der Anzeige gegen Henry Lindemeier wegen angeblicher Anbringung von Aufklebern an Laternenmasten in der Friedrichstraße wird Regina Laska als Mittäterin genannt – Tatzeit: 6. August 2025, ca. 18:30 Uhr. Laska war zu diesem Zeitpunkt nachweislich im Ausland. Ein Beleg dokumentiert den Kauf eines Amazon Prime-Videos um 18:34 Uhr – was dagegen spricht, zeitgleich eine Straftat in Berlin begangen zu haben. Laska wurde nie von der Polizei kontaktiert – vermutlich weil die Beweislage zu dünn war. Als Zeuge in der Anzeige tritt Rechtsanwalt Thomas Worm auf, dessen Kanzlei sich im Russischen Haus befindet. Warum Laska überhaupt in der Anzeige auftauchte, ist unklar – sie hatte zu diesem Zeitpunkt über Lindemeiers Protest auf X berichtet.Strafanzeige Russisches Haus Berlin, August 2025 -
4. Dez.
2025Körperlicher ÜbergriffMann aus dem Russischen Haus greift Demonstrant anHenry Lindemeier steht um 17:45 Uhr vor dem Eingang und spielt Luftalarm ab. Ein Mann stürmt aus dem Haus, bedroht ihn: „Wenn Sie das nicht ausmachen, haue ich Ihnen eine in die Fresse!" – und schubst ihn gegen ein geparktes Auto. Der Mann flieht, wird von der Polizei nach acht Minuten gestellt.X/@Sunnymica, 4. Dezember 2025 – 35.896 Aufrufe -
9. Dez.
2025Koordinierte GegenmobilisierungRussischsprachige mobilisiert, Lindemeiers Demo blockiertÜber Telegram-Kanäle ruft der Verein „Integral e.V." russischsprachige Berliner auf, in Schichten von 15:00–21:00 Uhr vor dem Russischen Haus zu erscheinen. Organisator vor Ort: Rechtsanwalt Thomas Worm – „die Mitarbeiter am Eingang kennen ihn." Die Aktion ist bei der Berliner Stadtverwaltung angemeldet und blockiert Lindemeiers Dauermahnwache. Worm gibt persönlich Einweisungen und verteilt Flyer. Die russischsprachige Mobilisierung zeigt: Die Gegenaktion ist nicht spontan, sondern koordiniert – mit dem Hausanwalt als Organisator.Telegram / Integral e.V., 8. Dezember 2025 -
12. Dez.
2025RT-PropagandaRT/Worm: Protest wird zu „Kinderbelästigung" umgedeutetDas russische Staatsmedium RT veröffentlicht einen Artikel, in dem Lindemeiers Dauerprotest als „Kinderbelästigung" und „Angriffe auf Kinder" bezeichnet wird. Als Quelle dient Rechtsanwalt Thomas Worm – Kanzlei im Russischen Haus. Der Artikel erscheint acht Tage nach dem körperlichen Angriff auf Lindemeier, der von RT mit keinem Wort erwähnt wird.RT DE, 12. Dezember 2025 -
Dez.
2024Morddrohung / Polizei untätig„Du bekommst irgendwann ein Messer in den Rücken"Henry Lindemeier wird vor dem Russischen Haus mit den Worten bedroht: „Du bekommst irgendwann ein Messer in den Rücken." Er ruft die Polizei. Die Polizei kommt nicht. Einen Tag später wird Lindemeier selbst festgenommen – drei Streifenwagen rücken an. Anwalt Christian Wolf: „Bei einer gemeldeten Ruhestörung kommen manchmal drei Streifenwagen. Als mein Mandant bedroht wurde, war niemand verfügbar."t-online, Mai 2025 -
2024/
2025Juristische EinschüchterungLKA übersetzt Liedtext – keine Volksverhetzung – Ermittlungen laufen trotzdemDas Russische Haus erstattet Anzeige wegen Volksverhetzung gegen Lindemeier – unter anderem wegen eines Liedtexts, den er vor dem Haus abgespielt hatte. Das LKA übersetzt den Text und kommt zum Ergebnis: nicht volksverhetzend. Die Ermittlungen werden trotzdem weitergeführt. Das Verfahren illustriert das Muster: Anzeigen als Zermürbungsinstrument, unabhängig vom Ausgang.t-online, Mai 2025 -
18. Dez.
2024Rechtswidrige FestnahmeLindemeier festgenommen – Polizei räumt Rechtswidrigkeit einHenry Lindemeier wird vor dem Russischen Haus festgenommen, gefesselt, erkennungsdienstlich behandelt und vier Stunden in einer Sammelzelle gehalten. Vorwurf: Beleidigung und Ruhestörung – beides nicht belegt. Die Berliner Polizei räumt in einem späteren Verfahren formell ein, dass der Einsatz rechtswidrig war.t-online, Mai 2025 / Fortsetzungsfeststellungsklage -
27. März
2026RT-BildmanipulationBrandanschlag Prag: RT verknüpft Lindemeier visuell mit TerroraktNach dem Brandanschlag auf das Russische Haus Prag veröffentlicht RT einen Artikel. Direkt neben dem Satz „Ihre Handschrift und ihre Verhaltensweisen sind uns gut bekannt" – gesagt von Hausleiter Girenko über die mutmaßlichen Täter – erscheint ein Foto von Henry Lindemeier. Kein Text stellt eine direkte Verbindung her. Die visuelle Assoziation ist dennoch eindeutig. Lindemeier hatte an diesem Tag in Berlin mit dem tschechischen Fernsehen gedreht – sein Aufenthaltsort ist dokumentiert. Am 31. März 2026 stellte sich ein Verdächtiger selbst der tschechischen Polizei, legte ein Geständnis ab und räumte ein, die Tat seit dem Sommer 2025 geplant zu haben. Die RT-Verknüpfung mit Lindemeier war damit nicht nur haltlos – sondern nachweislich widerlegt.RT DE, 27. März 2026 / Tschechische Polizei, 31. März 2026
Rechtsanwalt Thomas Worm – Rolle und Interessenkonflikt
- Worm betreibt seine Kanzlei im Russischen Haus Berlin – einem sanktionierten Gebäude von Rossotrudnitschestwo
- Er trat als Zeuge in der Falschanzeige gegen Regina Laska auf – obwohl er als Hausanwalt in einem direkten Interessenverhältnis steht
- Er war Interviewpartner des RT-Artikels vom 12. Dezember 2025, in dem Lindemeiers Protest als „Kinderbelästigung" bezeichnet wurde
- Er war Organisator der Gegendemo vom 9. Dezember 2025 – russischsprachige Berliner wurden per Telegram in Schichten eingeteilt, Worm wies sie persönlich ein; „die Mitarbeiter am Eingang kennen ihn"
- Eine Standesbeschwerde gegen Thomas Worm wurde bei der Rechtsanwaltskammer eingereicht
- Mieteinnahmen aus seiner Kanzlei fließen an eine EU-sanktionierte Einrichtung – die rechtliche Einordnung ist Gegenstand laufender Ermittlungen
RT DE – ein gesperrtes Medium als Propagandainstrument
RT DE (Russia Today Deutschland) ist seit März 2022 in der EU gesperrt. Der Zugang zur Website ist in Deutschland eingeschränkt. Dennoch erscheinen auf RT DE regelmäßig Artikel über das Russische Haus Berlin und seine Kritiker – erkennbar koordiniert mit dem Russischen Haus selbst.
Das Muster: Vorfälle, die das Russische Haus betreffen, werden auf RT aus der Perspektive des Hauses dargestellt. Kritiker werden als Provokateure, Kinderbedroher oder Terroristen bezeichnet. Gegendarstellungen oder Berichte über Übergriffe aus dem Haus erscheinen nicht.
Die Verknüpfung von Lindemeier mit dem Brandanschlag in Prag durch gezielte Bildplatzierung ist das bislang gravierendste Beispiel dieser Strategie.
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