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Pressemappe · Russisches Haus Berlin Umgang mit Kritik und Protest Stand 06/2026
Einfluss & Einschüchterung

Die Methoden des Russischen Hauses

Anzeigen, physische Übergriffe, Kampagnen auf RT: Seit 2024 verdichten sich dokumentierte Vorfälle rund um den Protest am Russischen Haus. Die zeitliche Dynamik legt Systematik nahe, die rechtliche Aufarbeitung bringt die behördlichen Reaktionen zunehmend in Bedrängnis.

Das Russische Haus in Berlin wird direkt von Rossotrudnitschestwo betrieben, einer staatlichen russischen Bundesbehörde, die seit Juli 2022 auf der EU-Sanktionsliste steht. Die Bundesregierung stuft das Haus als unselbstständigen Teil dieser gelisteten Organisation ein; seine Vermögenswerte sind offiziell eingefroren. Wer gegen diese Strukturen protestiert oder darüber berichtet, sieht sich mit einer auffälligen Serie von Reaktionen konfrontiert.

Diese Analyse dokumentiert die bekannten Fälle im Detail: weit über einhundert unbegründete Strafanzeigen gegen Protestierende, einen tätlichen Angriff vor dem Hauseingang, polizeiliche Platzverweise und systematische Berichterstattung auf dem in der EU gesperrten Staatsmedium RT DE, die sich nachweislich auf Quellen aus dem unmittelbaren Umfeld des Hauses stützt. Jedes Vorkommnis ist einzeln belegt. Ob die Vorfälle zentral koordiniert sind, bleibt unbewiesen – die zeitliche Verdichtung ist dokumentierte Tatsache.

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Juristische Einschüchterung

Über 100 Anzeigen gegen Henry Lindemeier. In einer Anzeige wird zudem die Journalistin Regina Laska der Mittäterschaft bezichtigt – sie befand sich nachweislich im Ausland. Als Hauptzeuge tritt Rechtsanwalt Thomas Worm auf, dessen Kanzleiadresse mit der des Russischen Hauses identisch ist.

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RT-Propagandakampagne

Systematische Verunglimpfungen auf dem gesperrten Staatsmedium RT: Der friedliche Protest wird gezielt als „Kinderbelästigung“ geframt. In einem Fall wurde ein Demonstrant visuell direkt mit einem ausländischen Terrorakt assoziiert.

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Physische Übergriffe

Ein dokumentierter körperlicher Angriff auf einen Aktivisten vor dem Gebäude. Hinzu kommen massive Drohungen und ein rechtswidriger polizeilicher Gewahrsam, dessen Rechtswidrigkeit die Polizei im Nachgang gerichtlich einräumen musste.

Dokumentierte Vorfälle – Chronologie

Rechtsanwalt Thomas Worm – Seine dokumentierte Rolle

  • Worms Kanzleiadresse ist in offiziellen Verzeichnissen dauerhaft unter Friedrichstraße 176–179 registriert – der Liegenschaft des Russischen Hauses.
  • Er tritt als Zeuge in der nachweislich falschen Strafanzeige auf, die Regina Laska beschuldigt. Aufgrund dieses Näheverhältnisses wurde eine berufsrechtliche Standesbeschwerde bei der Rechtsanwaltskammer eingereicht (Verfahren läuft).
  • Er fungierte als Hauptquelle für den diskreditierenden RT DE-Artikel über angebliche Übergriffe auf Kinder durch Demonstranten.
  • Er koordinierte am 9. Dezember 2025 vor Ort die Teilnehmer der russischsprachigen Gegenkundgebung und wies diese persönlich ein.
  • Der Fluss etwaiger Mietzahlungen für Worms Kanzleiräume ist unklar. Sollten Zahlungen an die sanktionierte Betreiberbehörde Rossotrudnitschestwo fließen, stünde dies im Widerspruch zu den EU-Sanktionsbestimmungen. Die Staatsanwaltschaft prüft generell die Untermietverhältnisse im Gebäude.

RT DE – Ein gesperrtes Staatsmedium als Kampagnenwerkzeug

Obwohl RT DE in der Europäischen Union seit März 2022 mit einem strikten Sende- und Verbreitungsverbot belegt ist, veröffentlicht das Portal fortlaufend gezielte Artikel über das Russische Haus in Berlin. Die Berichte stützen sich regelmäßig auf exklusive Angaben und Zitate aus dem Umfeld der Institution, wie im Fall von Rechtsanwalt Worm.

Das beobachtete publizistische Muster ist eindeutig: Kritiker und Demonstrierende werden systematisch als „Provokateure“ oder „Gefährder“ geframt, während physische Übergriffe aus den Reihen des Hauses komplett ignoriert werden. Die bewusste visuelle Platzierung Lindemeiers im Kontext eines Prager Sabotageaktes stellt die bisherige Eskalationsspitze dieses Framings dar.

Hinweis zur journalistischen Einordnung Diese Dokumentation trennt strikt zwischen unbestreitbaren Fakten (durch offizielle Akten, Gerichtsbeschlüsse oder Medienberichte belegt) und den persönlichen Wahrnehmungen sowie Bewertungen der Beteiligten. Offene Detailfragen sind explizit als solche gekennzeichnet.
Laufende Dokumentation

Dieses Dossier wird fortlaufend aktualisiert. Sachdienliche Hinweise, Dokumente, Bildmaterial oder Zeugenberichte richten Sie bitte an: kontakt@antwortseiten.org